EEW warnt vor Kundenfang

(vom 08.10.2014)

Gemeinsame warnen die EEW und der Regionalversorger HarzEnergie vor Haustür- und Telefongeschäften.

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Immer wieder im Herbst versuchen unseriöse Drittfirmen mittels Hausbesuchen oder Telefongesprächen möglichst viele Kunden mit neuen, scheinbar günstigen Strom- und Gasversorgungsverträgen zu gewinnen. Oft handeln diese im fremden Namen und auf fremde Rechnung. Wer hinter diesen Verträgen steckt, erscheint oft erst zu einem ganz späten Zeitpunkt bei der Vertragserfüllung, zumeist erst mit der ersten Rechnung. Viele Kunden fühlen sich zur Unterschrift genötigt, haben aber nach den neuen Verbraucherregeln ein besseres Widerspruchsrecht als vor der Gesetzesänderung. Dennoch ist schnelles Handeln gefragt, so Markus Kuhlmann, Geschäftsführer der EEW. 14 Tage nach Unterschrift haben Kunden das Recht, dem geschlossenen Vertrag ohne Angabe von Gründen zu widersprechen, nachdem die Vertragsbestätigung bekanntgegeben wurde. Genau hier ist jedoch oft der Knackpunkt, denn wann ein Vertrag rechtwirksam bekanntgegeben wurde, entscheidet meist der Einzellfall. Die EEW und die HarzEnergie raten daher, die jeweiligen Kundencenter aufzusuchen, dort erhalte man schnelle Hilfe im Widerspruchsfall. Die scheinbar günstigen Tarife entpuppen sich im Kleingedrucken zuhauf als deutlich teurer als versprochen. Lange undurchsichtige Kündigungsregeln und Vertragsbindungen erschweren auch ein zukünftiges Wechseln. Oft werden versprochene Boni oder Wechselprämien gar nicht oder nur durch mehrfaches Nachfragen gezahlt, so Kuhlmann. Die HarzEnergie und auch die EEW machen keine Hausbesuche oder Telefonanrufe, so die Sprecher beider Versorger. Kuhlmann rät im Zweifelsfall, sich immer die Ausweise zeigen zu lassen und niemals einen Vertrag an der Haustür oder am Telefon am gleichen Tag zu unterzeichnen, lieber sich die Unterlagen aushändigen lassen und mindestens einen Tag alles in Ruhe lesen. Grundsätzlich rät er auch dazu, immer eine vertraute Person bei der Unterzeichnung hinzuzuziehen, damit im juristischen Streitfall ein Zeuge benannt werden kann. Angebote, die nur einen Tag oder nur in wenigen Stunden Gültigkeit besitzen, sind ein klares Indiz für Unseriösität, so Kuhlmann. Diese Unternehmen zielen nur auf die schnelle Unterschrift ab, für die sie letzendlich vom Auftraggeber bezahlt werden, so der Vertriebsexperte. Im Übrigen gelte dies nicht nur für Versorgungsverträge, sondern auch für Versicherungen, Bankgeschäfte oder Abos jeglicher Art.