Preisanpassungen zum Jahreswechsel

(vom 25.11.2016)

Nach vier Jahren konstanter Strompreise müssen gestiegene Umlagen und erhöhte Netzentgelte weiter gegeben werden.

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Die Eichsfelder Energie- und Wasserwirtschafts- GmbH passen zum Jahreswechsel die Strom- und Wasserpreise an. Die Preissteigerung im Strom beträgt nach Angaben von Vertriebsleiter Olaf Robitzsch je nach Verbrauch und Tarif 2,5 bis 3,7 Prozent. Die EEW ist Strom-Grundversorger für die Kernstadt Duderstadt und Gerblingerode und hat zuletzt zum Jahreswechsel 2013 an der Preisschraube gedreht. „Wir kommen nach vier Jahren Stabilität nicht um eine Preisanpassung herum“, sagt Robitzsch. Als Grund nennt er gestiegene Netznutzungsentgelte und Abgaben, insbesondere die Umlage nach dem EEG (Erneuerbare Energien Gesetz). Allein die EEG-Umlage sei in den vergangenen Jahren von rund 5,3 auf knapp 6,9 Cent pro Kilowattstunde angewachsen. Zudem erhöhe die Tennet als einer von vier deutschen Übertragungsnetzbetreibern die Entgelte von 6,54 auf 6,93 Cent pro Kilowattstunde. Die Netzbetreiber könnten mit dem raschen Ausbau von Windkraft und Photovoltaik nicht Schritt halten, das Netz sei mit den Schwankungen überfordert, für Gegenmaßnahmen würden Kosten in Milliardenhöhe anfallen, meint Robitzsch. Der Preisanstieg für die EEW-Kunden werde durch günstige Einkäufe an der Strombörse abgefedert, teilt Robitzsch mit: „Sonst wäre der Anstieg doppelt so hoch.“ Für einen Vierpersonenhaushalt mit 3.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch würden jährlich rund 24 Euro Mehrkosten für Strom anfallen. Nicht nur an der Preisfront gibt es Veränderungen. Die EEW stellt den gesamten Stromvertrieb im Haushalts- und Kleingewerbebereich auf Ökostrom um. Auch die Ladesäulen für Elektrofahrzeuge werden künftig mit Ökostrom gespeist. Geliefert werde der Strom von Wasserkraftwerken aus Skandinavien, bestätigt Robitzsch. Schon seit Jahren betrage der Anteil an Ökostrom im EEW-Netz mehr als 45 Prozent, ab 2017 werde ein weiterer Schritt in Richtung Energiewende und Klimaschutz beschritten. Dann komme der Strom komplett aus erneuerbaren Energiequellen und sei klimaneutral. Auch in der Wassersparte gibt es zum Jahreswechsel eine Preisanpassung im fixen Grundpreis. Der kaufmännische Leiter Sascha Baumann spricht von einer  moderaten Erhöhung aufgrund höherer Personalkosten und der demografischen Entwicklung: „Wir geben die allgemeine Kostensteigerung weiter.“ Der monatliche Grundpreis für ein Einfamilienhaus steige von 6,90 auf 7,70 Euro brutto. Das sind knapp zehn Euro pro Jahr. Wegen der Preissteigerung im Baugewerbe würden auch die Kosten für neue Hausanschlüsse steigen, sagt  Baumann. Der variable Arbeitspreis bleibt hingegen gegenüber dem Vorjahr unverändert. (Text: in Anlehnung an Kuno Mahnkopf, Eichsfelder Tageblatt vom 16.11.2016)

EEW, Duderstadt