Rückgabe der Stromkonzession

(vom 05.02.2016)

EEW zieht Schlussstrich unter fünf Jahre erfolglose Übergabeverhandlungen mit der EAM.

Miniaturbild

Die Eichsfelder Energie- und Wasserversorgungs- GmbH (EEW) hat die Stromkonzession für die Duderstädter Ortsteilnetze (ohne die Ortschaft Gerblingerode) nach jahrelangen Verhandlungen aus rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Gründen zurückgegeben. Nun ist die Stadt Duderstadt am Zuge, die Konzession neu auszuschreiben. Geschäftsführer Markus Kuhlmann erklärte, dass sich zwar nach langer Blockade der E.ON Mitte AG mit der rekommunalisierten Nachfolgergesellschaft Energie Netz Mitte GmbH (ENM), eine 100%tige Tocher der EAM Energie GmbH & Co. KG, über den Umfang des Netzes, nicht jedoch über den Kaufpreis geeinigt werden konnte. „Für uns hat dieses Netz eine herausragende Bedeutung, wir würden unser derzeitiges Stromnetz (Kernstadt Duderstadt und Ortschaft Gerblingerode) verdoppeln. Umso wichtiger ist eine Übernahme zu wirtschaftlich vertretbaren Konditionen“, so der Geschäftsführer. Der Betrieb und die Übernahme von Stromnetzen sind in Deutschland seit Jahren von der Bundesnetzagentur reguliert. Hiernach wird nur ein bestimmter Kaufpreis staatlich akzeptiert, wobei sichergestellt werden muss, dass der Endkunde nicht das gleiche Netz mehrfach oder überteuert bezahlt und genau hier lag das Problem. Nach Auskunft der Geschäftsleitung konnte ein vertretbarer wirtschaftlicher Stromnetzbetrieb bei den Kaufpreisforderungen der ENM nicht realisiert werden. Es bliebe nur der Gang vor eine ordentliche Gerichtsbarkeit. Aufgrund einer aktuellen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes, wurden alle damaligen Konzessionsvergabeverfahren, so auch das Verfahren in Duderstadt, in Frage gestellt. Um eine Rechtssicherheit zu erlangen, muss nunmehr die Konzession neu ausgeschrieben werden, nachdem Geschäftsführung und Aufsichtsrat alle möglichen Alternativen ausgeschöpft haben. Kuhlmann wies zudem darauf hin, dass man aus den letzten fünf Jahren keine Wertschöpfung aus der Konzession habe erzielen können, da der aktuelle Netzbetreiber das Netz nicht herausgegeben habe, so dass mittlerweile ¼ der Vertragslaufzeit auch bereits abgelaufen sei. Auch der demographische Wandel spielt eine immer größere Roll bei der Netzübernahme und deren Wirtschaftlichkeit, auch diese müsse in einem erneuten Bewerbungsverfahren überprüft werden. Kuhlmann hofft derweil auf eine Neuausschreibung noch in diesem Jahr, um bei erneuter Vergabe an die EEW schnell an den Beratungstisch zurückzukehren. Auch mache eine aktuelle Gesetzesinitiative der Bundesregierung große Hoffnung, künftige Kaufpreisverhandlungen vom Umfang und Preis her zu erleichtern, da nach dessen Verabschiedung keine großen Verhandlungsspielräume mehr beim alten Netzbetreiber übrig bleiben. „Zwar ist der Umsatz, der mit einem Stromnetz zu realisieren ist, staatlich reguliert, jedoch ist dies betriebswirtschaftlich sinnvoll, soll lange keine überzogenen Kaufpreiserwartungen vorhanden sind“, so Kuhlmann

(Text: Markus Kuhlmann, EEW)

Stromzähler EEW (Foto: Kuhlmann, EEW)