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Arbeiten in 34 Metern Tiefe

(vom 12.03.2019)

EEW lässt zweiten von vier Trinkwasserbrunnen bei Obernfeld sanieren.

Die EEW lässt einen ihrer Trinkwasserbrunnen südwestlich von Obernfeld sanieren. „Bis Ostern wollen wir fertig sein“, sagt Ulrich Adler, Abteilungsleiter Wasserversorgung. In Obernfeld betreibt die Eichsfelder Energie- und Wasserversorgungsgesellschaft (EEW) seit mehr als 50 Jahren vier Brunnen in einem Wassergewinnungsgebiet. „Einen Brunnen haben wir vor ungefähr 15 Jahren saniert“, erklärt Adler. Aktuell laufen Arbeiten am zweiten Brunnen. Geplant sei für die Zukunft, auch die anderen beiden zu sanieren. „Wir haben die Arbeiten extra in diese Jahreszeit gelegt, da zurzeit noch nicht mit einer hohen Abnahme zu rechnen ist, anders als beispielsweise im Sommer“, so Adler. „Zurzeit können wir die Wasserversorgung mit den anderen Brunnen ausgleichen.“ „Alle fünf bis acht Jahre steht eine Brunneninspektion an“, erläutert Adler den Hintergrund der Entscheidung. Dabei werde mittels Kamera der allgemeine Zustand überprüft, aber auch ,ob die Filterschlitze frei sind. Die Inspektion habe zu dem Entschluss geführt, den Brunnen Süd zu sanieren. Mit den Arbeiten wurde die Fachfirma Hydro-Geotechnik aus Nordhausen beauftragt. „Als Erstes wurde die Pumpe samt Pumpleitung aus dem Brunnen gezogen“, so Adler. Das sei mit einem Autokran geschehen. Pumpe und Leitung liegen jetzt in der Werkstatt der EEW am Euzenberg. Im Brunnenschacht führt ein Rohr aus verleimten Pressholz 34 Meter in die Tiefe. Das Rohr ist umgeben von Filterkies. „Die Arbeiter haben mit einem Rotationsmesser  das Holzrohr aufgeschlitzt, so dass der Kies in das Rohr hineinrutschen konnte“, erklärt Adler den nächsten Schritt. Der Kies sei dann mit einer Mammutpumpe nach oben gesaugt worden. „Dann stand das Holzrohr allein, und es konnte mehr als die Hälfte am Stück herausgezogen werden.“ Jetzt seien die Brunnenbauer dabei, mit einem Greifer das restliche Rohr Stück für Stück herauszunehmen. Abschließend werde das Loch ausgebürstet, um die restlichen Teile zu erwischen, erklärt Jörg Illhardt, einer der beiden Brunnenbauer. Zum Beispiel konnten sie mit dem Greifer nur wenig vom Pegelrohr fassen, ergänzt sein Kollege Heiko Fiedler. „Wenn das Loch frei ist, erfolgt  eine geophysikalische Messung“,erläutert Adler die nächsten Schritte. Damit soll geklärt werden, wo sich Wasser-Zuläufe befinden. Danach werde festgelegt, wie der Brunnenaufbau gestaltet werde. So sei zum Beispiel die Frage zu klären, wo die Pumpe angesetzt werde. Bisher seien die Zuläufe in einer Tiefe von 20 bis 30 Metern gewesen, weshalb die Pumpe in der Mitte auf 25 Metern in einem Blindrohr eingesetzt wurde. Das Blindrohr soll verhindern, dass die Pumpe der direkten Strömung ausgesetzt ist. Allerdings kühle das Wasser die Pumpe auch, denn diese laufe durchaus zehn  Stunden am Stück. Als Erstes werde die neue Verrohrung eingesetzt. „Allerdings kein Holz-, sondern ein PVC-Rohr“, so Adler. „Wenn das sitzt, wird hinter dem Rohr neuer Filterkies aufgefüllt.“ Nach dem Einspülen des Kieses werde oben eine sogenannte Brunnenstube aufgesetzt, ein Betonelement in den Maßen drei mal drei mal 2,5 Meter. Die sei der Zugang zum Brunnen. Das obere Ende des Rohres werde mit einem Stahlschutzrohr ummantelt. Dieses verhindere, dass auf den ersten 8,7 Metern Wasser durch die Sickerschlitze eindringen kann, „denn wir wollen an das tiefere Wasser, dass durch den Filterkies gelaufen ist“, so Adler. Vor der Inbetriebnahme werde ein Leistungspumpversuch über die Dauer von 72 Stunden gestartet, „um zu sehen, um wieviel der Wasserspiegel absinkt“, erklärt Adler. Danach könne die Fördermenge bestimmt werden. „Wir gehen von einer Leistung von 35 Kubikmetern pro Stunde aus, ähnlich wie jetzt.“ Bevor der Brunnen für die Versorgung genutzt wird, werde das Wasser im Institut Fresenius analysiert. Erst dann geht der Brunnen ans Trinkwassernetz. (Text: Rüdiger Franke, Eichsfelder Tageblatt vom 12.03.2019)

Die Brunnenbauer Jörg Illhardt (r.) und Heiko Fiedler sanieren einen Trinkwasserbrunnen bei Obernfeld (Foto: Rüdiger Franke, Eichsfelder Tageblatt)
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