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Duderstädter Freibad startet mit Einschränkungen

(vom 18.05.2020)

Das Duderstädter Freibad wird am 28. Mai 2020 geöffnet, die Corona-Vorgaben sind strikt ausgelegt.

Das Duderstädter Freibad an der August-Werner-Allee startet am Donnerstag, 28. Mai, in die Saison, das Schwimmvergnügen kann allerdings zum Hindernisparcours werden. Dafür sorgt ein akribisch ausgeklügeltes Corona-Konzept der Betreibergesellschaft unter dem Titel „Just Swim“, das kein Detail dem Zufall überlässt. Laut Stufenplan des Landes Niedersachsen dürfen Freibäder ab Montag, 25. Mai, unter Auflagen wieder öffnen. Markus Kuhlmann, Geschäftsführer der Eichsfelder Blockheizkraftwerk- und Bäder GmbH (EBB), geht aber lieber auf Nummer Sicher und beruft sich dabei auf die aktuelle Verordnung des Landes zum Betriebsverbot bis einschließlich 27. Mai. Deshalb startet er mit dem Freibad erst am 28. Mai wieder durch. Und hat ein minutiös ausgetüfteltes Betriebskonzept erstellt, das auch den Empfehlungen des Bäderverbandes und des Landesgesundheitsamtes folgt, mit dem örtlichen Gesundheits- und Ordnungsamt noch abgestimmt werden soll. Wie Geschäfte darf das Freibad nur mit Mund-Nase-Schutz betreten und verlassen werden. Das gilt auch für das Bistro, das vorerst zum „Stehimbiss“ wird. Snacks und Drinks gibt es nur auf die Hand, Innen- und Außenbestuhlung werden abgeräumt. Sperrzonen bleiben vorerst auch Nichtschwimmer- und Babybecken, Liegewiese und Spielgeräte. Als Toilette genutzt werden darf nur das Behinderten-WC. An den Schließfächern werden die Schlüssel abgezogen, die Sammelumkleiden und -duschen bleiben gesperrt, jede zweite Einzel-Umkleidekabine ebenfalls. Um Begegnungsverkehr zu vermeiden, wird ein Wege-Leitsystem mit Zäunen, Beschilderung und Absperrband eingerichtet. Die Besucherzahl wird begrenzt, alle Bereiche regelmäßig desinfiziert. Bis Mitte Juni werde das sicher so bleiben, meint Kuhlmann und hofft auf Normalbetrieb ab Sommerferien-Beginn – auch wegen steigender Temperaturen, die dem Virus abträglich sind: „Wir bleiben flexibel.“ Ansonsten müsse an heißen Tagen wegen des zu erwartenden Andrangs ein externer Sicherheitsdienst am Eingang eingesetzt werden. Der jeweilige Status soll wie an Nord- und Ostsee durch Flaggen am Eingang angezeigt werden: Rot für geschlossen, Gelb für Badebetrieb unter Corona-Einschränkungen und Grün für Normalbetrieb. Die Zahl der Freibadbesucher wird vorerst auf 50 Badegäste beschränkt: „Wir richten uns nach dem Schlüssel, den der Pandemieplan des Bäderverbandes für die Beckengröße vorgibt.“ Um Warteschlangen zu vermeiden, wird der Kassenautomat abgeschaltet, weil die weitere Entwicklung unabsehbar ist, von Saison- und Tageskartenverkauf abgesehen. Stattdessen wird ein „Schwimmticket“ eingeführt, das drei Euro kostet. Kassiert wird erst bei Verlassen des Freibades. Die etwas geringeren Betriebskosten könnten die Einnahmeverluste des ohnehin defizitären Freibades nicht ansatzweise auffangen, sagt Kuhlmann: „Wir legen noch mehr drauf als sonst.“ Vor Dienstbeginn werde die Temperatur der Mitarbeiter gemessen, auch die Badegäste sollten symptomfrei sein: „Wir können uns keinen Ausfall leisten.“ Immerhin sind Schwimmen, Umziehen und WC-Nutzung ohne Gesichtsbedeckung möglich, auch die Schimmmeister bleiben unmaskiert. Allerdings gelten auch im Wasser Abstandsregeln für prustende Schwimmer. „Wir schaffen einen Bereich für Risikogruppen und einen für Sportschwimmer“, sagt Kuhlmann. Im Becken gebe es fast gar kein Ansteckungsrisiko: „Wenn man einmal untertaucht, ist alles wieder gut. Chlor desinfiziert.“ „Warmduscher“ haben vorerst schlechte Karten. Es gibt nur kaltes Wasser an den Fußschleusen. Kuhlmann nimmt’s mit Humor: „Das härtet ab und stärkt das Immunsystem.“ Das Duderstädter Freibad soll am 28. Mai mit vorerst eingeschränkten Öffnungszeiten für öffentliches Schwimmen den Betrieb aufnehmen: montags von 17 bis 19.30 Uhr, dienstags bis freitags von 7 bis 9.30 Uhr sowie 17 bis 19.30 Uhr, sonnabends und sonntags von 8 bis 10 Uhr sowie von 15 bis 19.30 Uhr. Für Schulen und Vereine werden montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr, sonnabends von 11 bis 14 Uhr Zeitfenster angeboten. Ein- und Ausgänge werden getrennt, der Kassenautomat bleibt außer Funktion, für die Badegäste wird ein „Schwimmticket“ mit drei Euro Einheitspreis eingeführt. Der wird erst bei Verlassen des Freibades fällig. Auf den Verkauf von Saison- und Geldwertkarten sowie Tagestickets verzichtet die Betreibergesellschaft vorerst. (Text: Kuno Mahnkopf, Eichsfelder Tageblatt vom 19.05.2020)

Freibad Duderstadt (Foto: Markus Kuhlmann, EBB)
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