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Regionale Energieversorger arbeiten im Krisenmodus

(vom 23.04.2020)

Strom, Wasser und Wärme - während der Corona-Pandemie müssen die Menschen nicht im Dunkeln, auf dem Trockenen oder im Kalten sitzen.

Gleich mehrere regionale Energieversorger kümmern sich in Südniedersachsen darum, dass die Menschen auch auch während der Corona-Pandemie nicht im Dunkeln, auf dem Trockenen oder im Kalten sitzen müssen. Sie stellen sicher, dass Strom, Wasser und Wärme weiterhin in den Haushalten ankommen und zählen daher wie etwa auch Polizei, Rettungsdienste, Feuerwehren oder Krankenhäuser zur sogenannten „kritischen Infrastruktur“. Damit es durch die Covid-19-Pandemie nicht zu Ausfällen oder Engpässen kommt, arbeiten die Betriebe seit geraumer Zeit im Krisenmodus. Was das konkret bedeutet, erklären die Geschäftsführer der Eichsfelder Wirtschaftsbetriebe (EWB) mit Sitz in Duderstadt, der Gemeindewerke Bovenden und Versorgungsbetriebe Hann. Münden (VHM). „Die kommunalen Versorgungsunternehmen gehören zur sogenannten kritischen Infrastruktur mit dem klaren Auftrag, die Daseinsvorsorge für die Bevölkerung auch in Krisenzeiten zu gewährleisten. Dazu gibt es bewährte Krisen- und Notfallpläne, die die Prozesse in den betreffenden Unternehmen genau darauf ausrichten und regeln“, sagt Claudia Weitemeyer, Unternehmenssprecherin der Stadtwerke Göttingen AG. Etwa im vierwöchigen Rhythmus müsse an die Behörden gemeldet werden, ob etwas knapp werden und damit die Versorgungssicherheit gefährden könnte, erklärt Markus Kuhlmann (EWB). Das könne Personalknappheit in Folge von Krankheit, oder aber Bedarf an Materialien sein. „Bei uns ist alles im grünen Bereich“, versichert der EWB-Geschäftsführer. Als eines der wenigen Versorgungsunternehmen leisten sich die Duderstädter einen eigenen Bautrupp samt Bagger, der bei Ausfall von Fremdfirmen dringende Arbeiten übernehmen könnte. Auch seien die Lagerbestände etwa an Materialien, die für die Trinkwasseraufbereitung benötigt werden, hochgefahren worden, zählt Kuhlmann einen weiteren Baustein auf. Der Schutz der Mitarbeiter vor einer Covid-19-Infektion steht für alle Energieversorger in der Region ganz oben an. Ähnlich fallen denn auch die Maßnahmen aus, die sie ergriffen haben. „Die Aufrechterhaltung unseres Betriebs als örtlicher Netzbetreiber und Energielieferant sowie der Gesundheits- und Infektionsschutz unserer Mitarbeitenden haben für uns jederzeit absolute Priorität“, betont Frank Berlin, Geschäftsführer der Gemeindewerke Bovenden, die zusammen mit ihrem Kooperationspartner, den Stadtwerken Northeim, schon frühzeitig mit Beginn der Ausbreitung des Corona-Virus „verantwortungsvoll und präventiv reagiert“ hätten, „um das Infektionsrisiko mit Covid-19 soweit wie möglich zu minimieren“. Da die Mitarbeiter als Experten bei möglichen Störfällen in der öffentlichen Daseinsvorsorge gelten, sei deren Schutz „sehr umfangreich vorbereitet worden“, sagt Jens Steinhoff (VHM). Auf einige Arbeiten, wie etwa Zählerwechsel oder Kundenbesuche werde zurzeit weitgehend verzichtet, nennt der VHM-Geschäftsführer eine Vorsichtsmaßnahme, die auch in Duderstadt gilt. „Außerdem bedienen wir aktuell keine Baustellen wie in Neubaugebieten“, so Kuhlmann. „Das ist nicht systemrelevant“, sagt der EWB-Geschäftsführer und ergänzt, „auch wenn Bauherren oder -unternehmen“ das anders sähen. „Die Kollegen in unserer 24/7-Netzleitwarte arbeiten jetzt während der Corona-Krise getrennt voneinander. Auch unsere Bereitschaftsdienste zur Beseitigung möglicher Havarien oder Leckagen an Versorgungsleitungen sind entsprechend separiert und starten ihre Einsätze von Zuhause aus,“ berichtet die Sprecherin der Stadtwerke Göttingen. Ein Minimum an persönlichen Kontakten, besondere Hygienevorschriften und Abstandsgebote zählen zu den weiteren Vorkehrungen der regionalen Versorger. Soweit möglich, arbeiten nach Angaben der Unternehmen viele Mitarbeiter zuhause. „Und da im Rahmen des Krisenmanagements die Bereiche Netzbetrieb und Entstörungsdienste noch einmal mehr auf besondere Art und Weise geschützt werden müssen, wurden in der Technik streng voneinander abgeschirmte Teams gebildet und Arbeitsabläufe angepasst“, berichtet der Sprecher der Gemeindewerke Bovenden, Lars von Minden. Auch bei der EWB und deren Tochterunternehmen (EEW und EBB) werde so verfahren, sagt Kuhlmann. „Die Teams arbeiten in Wechselschicht und begegnen sich nicht“. Veränderungen hat die Corona-Krise auch für die Strom-, Gas-, Wasser- oder Wärmekunden der Versorger mit sich gebracht. So wurden die Kundencenter in Duderstadt und in Bovenden für Besucher geschlossen, und auch die Stadtwerke Göttingen haben Weitemeyer zufolge „alle Tätigkeiten mit einem unmittelbaren Kundenkontakt“ eingestellt, auf ein Minimum reduziert und deshalb auch den Kundenservice an der Hildebrandstraße geschlossen. Die Erreichbarkeit sei dennoch gegeben, versichern die Versorger unisono. Kuhlmann und Berlin weisen außerdem darauf hin, dass die EWB und auch die VHM die Möglichkeiten im Online-Kundenportal ausgeweitet hätten. Mit Blick auf den zunehmenden Ausbau der Digitalisierung, etwa beim Melden von Zählerständen, gewinnt Steinhoff der Krise sogar noch etwas Positives ab. Auch bei den Stadtwerken Göttingen habe in Zeiten von Corona „mit Macht die Digitalisierung Einzug gehalten“, so Weitemeyer. Mehr als 30 Beschäftigte arbeiteten „inzwischen gut vernetzt im Homeoffice, Besprechungen finden über Videokonferenzdienste statt“. „Sollte sich die Situation weiter verschärfen, sind wir mit einem Notfallplan vorbereitet“, teilt Sandra Hübner, Sprecherin der EAM in Kassel mit, „der die stetige personelle Besetzung unserer Netzleitstelle ermöglicht und unsere Handlungsfähigkeit zur Beseitigung von Netzstörungen über unseren Rufbereitschaftsdienst sicherstellt“. Mit „einem besonderen und ständig aktualisierten Krisen- und Notfallmanagement“, wie Berlin es nennt, und der Beobachtung der aktuelle Lage bereiten sich auch die Verantwortlichen von EWB, Gemeindewerken Bovenden und VHM auf mögliche Gefahren vor, um bei Bedarf entsprechende Vorkehrungen zur Prävention anzupassen. Dazu gehörten regelmäßige Gespräche mit den zuständigen Behörden und der Austausch mit anderen Versorgungsunternehmen. „Ich kann den Bürgern in unserer Region versichern, dass unsere Entscheidungen und unser Handeln darauf abgestimmt sind, dass wir auch in Krisenzeiten unserer Versorgungsaufgabe uneingeschränkt nachkommen können“ und „jederzeit eine höchstmögliche Versorgungssicherheit“ gewährleisten, bekräftigt Berlin. Und auch Steinhoff und Kuhlmann versichern: „Wir sind vorbereitet.“ . (Text: Britta-Eichner-Ramm, Eichsfelder Tageblatt vom 22.4.2020)

Techniker Manuel Bieschke in der Leitwarte der EEW
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